Im Städteranking 2011 liegt Kassel vorn
gekürzt aus: Städteranking 2011. Ausgerechnet Kassel! von Jens Konrad Fischer. 09.12.2012. Der vollständige Text stammt aus der Wirtschaftswoche: http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/staedteranking-2011-ausgerechnet-kassel/5934032.html
…Kaum eine deutsche Stadt entwickelte sich so positiv wie Kassel. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt, der Wohlstand nimmt zu. Für gewöhnlich folgen Konjunktur und Stimmung in Kassel einem strengen Fünf-Jahres-Rhytmus. Einige Wochen vor und während der weltweit beachteten Kunstschau Documenta befindet sich die Stadt in Aufruhr, Hotels und Privatunterkünfte sind restlos ausgebucht. Die nächste Documenta steigt im Sommer 2012, nach Kalender ist also Schwermut angesagt. Doch Bertram Hilgen kommt aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. Insgesamt fließen bis 2015 gut 200 Millionen Euro vom Land in die Museen der Stadt, das ist mehr als die Hälfte der gesamten Kulturinvestitionen des Landes. „Kassel bekommt die Bedeutung, die es als Kunststadt verdient“, sagt Hilgen. Schließlich sei Kassel hinter Frankfurt und Stuttgart die Stadt mit der drittgrößten Dichte an Museen im Land. Das weiß bloß keiner. Man muss den üppigen Geldfluss Richtung Kassel als Signal verstehen dafür, dass der Glaube an ein Gedeihen der Stadt zumindest schon bis Wiesbaden reicht. „Kassel ist eine unserer wichtigsten Boomregionen“, sagt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Während die gesamte deutsche Wirtschaft in den vergangenen Jahren einen fulminanten Aufstieg erlebt hat, hebt sich Kassel in besonderem Maße von dieser Entwicklung ab. Nirgendwo sonst ist zugleich die Zahl der Langzeitarbeitslosen so stark gefallen, während sich zugleich der Wohlstand deutlich erhöhte. „Wo im Land geht es den Menschen am besten?“ und „Wo wächst Deutschland am dynamischsten?“ Die kurze Antwort: München und Kassel. Die lange: Die Geografie der deutschen Wirtschaftsentwicklung kennt einige Konstanten und ein paar langsame, aber wohl unaufhaltsame Verschiebungen. Der Osten holt auf; wo es Universitäten und gute Verkehrsanbindung gibt, entsteht Wachstum; im Ruhrgebiet gibt es zu viele Städte, die sich bei ihrer Entwicklung gegenseitig behindern. Als im vergangenen Jahr auch Städte zwischen 60.000 und 150. 000 Einwohnern in das Ranking einbezogen wurden, belegten Städte wie Erlangen, Ingolstadt, Rosenheim, Kempten oder Landshut Spitzenplätze. Die gerade stattfindenden Veränderungen hingegen zeigen sich beispielhaft in Kassel und exemplarisch an Thomas Landgraf, 40 Jahre alt, Unternehmer. Landgraf ist ein schlaksiger Typ, steckt in übergroßer Kleidung und trägt die Haare lang. Er hat gerade sein zweites Unternehmen gegründet, das Softwares Micromata brachte es auf gut 70 Mitarbeiter, als er im Sommer ausstieg. Jetzt setzt er eine Idee des Kasseler Fraunhofer-Instituts um, der Informationsdienst Enercast berechnet auf Basis von Wetterdaten den Ertrag erneuerbarer Energieträger im Voraus, minutengenau. Einer wie Landgraf könnte in Berlin sitzen und aus einer umgebauten Fabrikhalle davon erzählen, wie er das nächste Google vorbereitet. Stattdessen ist sein Büro im ersten Stock eines frisch verputzten Reihenhauses im Kasseler Westen, Latte Macchiato gibt’s beim Rewe eine Etage weiter unten. Er sagt: „Es gab für mich nie einen Grund, Kassel zu verlassen.“ Denn Kassel hat, was einigen ähnlich großen Städten, vor allem denen im Ruhrgebiet, fehlt: Universität und ICE-Bahnhof. Wie kaum anderswo zeigt sich in Kassel der enge Zusammenhang zwischen Bildung und Wirtschaftswachstum. Erst 1970 wird die Universität gegründet, Bürgermeister Hilgen nennt es „das wichtigste Ereignis seit dem Krieg“. Wie wahr das ist, zeigt sich schon wenige Jahre später. Um Werner Kleinkauf, der als einer der ersten davon überzeugt ist, dass die Zukunft der Energie den dezentralen erneuerbaren Quellen gehört und bei dem auch Thomas Landgraf studiert, sammelt sich in den Achtzigerjahren eine Schar von höchst talentierten Nachwuchsforschern. Drei von ihnen gründen 1981 SMA Solar, heute Weltmarktführer in der Herstellung von Wechselrichtern, dem Herzstück jeder Solaranlage. Viele andere machen es wie Landgraf, kleinere Produktions- und Dienstleistungsunternehmen rund um erneuerbare Energie entstehen. Allein SMA hat in den vergangenen fünf Jahren mehrere Tausend Stellen am Standort Niestetal bei Kassel geschaffen, gerade hat eine Studie ergeben, dass aus den Ausgründungen der Universität in Kassel insgesamt mehr als 15.000 Arbeitsplätze hervorgegangen sind. Dennoch lautet die wichtigste Erkenntnis aus dem Erfolg Kassels nicht, sich allein auf die Segnungen der Kopfökonomie zu verlassen. Es ist die Kombination aus dem Vertrauen auf alte Stärken und der Offenheit für Neues. Denn die Vorwürfe, die sich die gesamte deutsche Wirtschaft jahrelang gefallen lassen musste, trafen auf Kassel stets in besonderem Maße zu. Zu viel alte Industrie, zu wenig Dienstleistungen, kaum Innovationen, das Ende naht. Die wichtigsten Unternehmen in Kassel kommen nach wie vor aus den Bereichen Fahrzeugbau und Maschinenbau, wie man in Kassel sagt, wenn man den Waffenhersteller Krauss Maffei Wegmann meint. Im benachbarten Baunatal hat Volkswagen sein mit 15.000 Angestellten größtes Werk außerhalb Wolfsburgs. Bombardier baut in Kassel Loks und Züge, Zulieferer tun ihr übriges. Hinter den großen Namen verbarg sich jahrelang vor allem ein hoher Anteil gering Qualifizierter Arbeitskräfte, die nach den diversen Entlassungswellen der Neunzigerjahre kaum neue Jobs fanden. 2005 überschritt die Arbeitslosigkeit in Kassel die Marke von 20 Prozent. Doch statt wie im Ruhrgebiet den Wandel zur Kreativwirtschaft auszurufen, war man in Kassel auch in schwierigen Phasen davon überzeugt, dass was Zukunft haben soll, nur den alten Stärken entspringen kann. „Zur Identität Kassels gehört seine Industrie“, sagt Verwaltungschef Hilgen für den das auch persönlich zutrifft: Sein Sohn arbeitet im VW-Werk Baunatal, wo der Konzern inzwischen die Entwicklung von Elektromotoren angesiedelt hat…
Weltkulturerbe Fagus Werk
Schon ein paar Tage her, aber man kann sich den Film noch in der ZDF-Mediathek anschauen: Link
“kulturszene” zeigt das 100 Jahre alte Fagus-Werk in Alfeld, errichtet von Walter Gropius. Im Juni wurde es zum Weltkulturerbe ernannt.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1402256/Weltkulturerbe-Fagus-Werk
Veranstaltungshinweis: Unternehmerfrühstück am See
Der Landrat des Kreises Northeim, Herr Wickmann, lädt die Unternehmerinnen und Unternehmer in Kooperation mit der Geschäftsstelle Göttingen der IHK Hannover, Dr. Rudolph, zum Unternehmerfrühstück am See.
am Donnerstag, dem 15. Dezember 2011, von 8.00 bis 9.30 Uhr,
im Restaurant „Seeterrassen“,
Am Nordhafen 1, 37154 Northeim,
Im Rahmen des Kurzvortrages wird diesmal Frau Odila Scheuer von der „etwas anderen Unternehmensberatung“ JUST IN STYLE aus Bad Gandersheim unter dem Titel „Die bewusste Visitenkarte“ in die Welt des Unternehmensmarketings entführen.
Sie können sich anmelden bei
Wirtschaftsförderung / Tourismus
z. Hd. Frau Petra Becker-Jörns
Scharnhorstplatz 6
37154 Northeim
pbecker-joerns@landkreis-northeim.de
Komplexe Projekte: von linearer Logik zu akzeptierter Unsicherheit
Für die Durchführung von Projekten gibt es Vorgehensmodelle (Wasserfall, V-Modell, …) und allgemeine Prinzipien (u.a. PRINCE2). Sie sind sehr hilfreich und helfen grobe handwerkliche Fehler des Projektleiters zu vermeiden. Diese „best practice“ orientieren sich an einer „linearen Logik“, die bei komplexen Projekten meist nicht mehr zutrifft. Dort muss der Projektleiter davon Abstand nehmen und ein gewisses Maß an Unsicherheit akzeptieren. Der Projektleiter muss einen Grad an Chaos zulassen und darauf reagieren, sonst wird sie oder er (und damit das Projekt) scheitern.
Ausführliches dazu vermittle ich gerne im Rahmen meiner Seminare zum Thema „Projektmanagement“, in Impulsreferaten oder Vorträgen. Bitte sprechen Sie mich mit Ihrem Themenwunsch direkt über info@pmtraining.de an.
Volker Pauling
http://www.pmtraining.de
Veranstaltung Wirtschaftsjunioren Göttingen für 18 bis 40 jährige Unternehmer + Führungskräfte
Die Wirtschaftsjunioren Göttingen sind ein Netzwerk von jungen Unternehmern und Führungskräften in Südniedersachsen. Die Mitglieder sind zwischen 18 und 40 Jahre jung, denken unternehmerisch und engagieren sich ehrenamtlich für die Gesellschaft und Zukunft unseres Landes.
Als Kreisverband Göttingen möchten wir uns Ihnen gerne vorstellen und Sie einladen zu einer Informationsveranstaltung am 14. September 2011, 19:00–20:30 Uhr, IHK Hannover, Geschäftsstelle Göttingen, Bürgerstraße 21, 37073 Göttingen.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und bitten bis zum 09. September 2011 per E-Mail an goettingen@hannover.ihk.de um kurze Nachricht.
Weiterbildung an der Volkshochschule
Im Herbst–Winter Programm der Kreisvolkshochschule Northeim gibt es wieder Kurse und Veranstaltungen für die unterschiedlichsten Interessierten. Ein Teil des Programms ist auch für Firmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessant.


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