Neue Zeitdimension für 2010: Zwischenzeiten für gute Vorsätze
Heute ist der 14. Januar. Zwei Wochen nach Silvester. Und? Wie sieht es mit Ihren guten Vorsätzen aus? Alle schon wieder aufgegeben? Wann haben Sie die überhaupt gefasst? Ach ja, bestimmt zwischen den Jahren. Macht man doch so, oder? Das ganze Jahr strukturieren wir durch, planen heute schon, was wir morgen / nächste Woche / nächsten Monat erledigen wollen und befinden uns in Gedanken mehr in der Zukunft, der nächsten Sitzung, dem nächsten Termin als in der Gegenwart.
Und dann kommt plötzlich die Zeit zwischen den Jahren. Was heißt denn das? Wir sind nicht mehr im alten Jahr, aber auch noch nicht im neuen. Faktisch ist die Zeit zwischen den Jahren, zwischen Mitternacht und 0 Uhr morgens gleich Null. Aber praktisch haben wir gefühlte 7 Tage „dazwischen“. Wo kommen die her? Eine andere Zeitdimension? Klar, wir können das mit irgendwelchen verschiedenen Zeitrechnungen vor wer-weiß-wie-vielen Jahren erklären – aber mal ehrlich: ist das ein Grund, heute noch „Tage zwischen den Jahren“ zu haben? Egal, wir nutzen sie, und zwar das womöglich einzige Mal im Jahr ohne Leistungsdruck. Zumindest geht es mir so. Ohne „du musst noch den Beratungstermin für Frau Dränglich bestätigen“, ohne „du musst noch den Fachartikel für besseres Zeitmanagement lesen“, ohne „du musst unbedingt mal wieder mit den Kindern spielen“. Die Kinder spielen selbst mit den neuen Weihnachtsgeschenken, die Kundin vermutlich auch, und der Artikel ist auch im neuen Jahr noch da.
Und ich habe Zeit, einmal ganz in Ruhe das alte Jahr Revue passieren zu lassen. Was hat gut geklappt, welche schönen Erinnerungen habe ich? Was möchte ich im nächsten Jahr verändern? Fällt mir überhaupt etwas ein? Und wenn ja, wie könnte ich das umsetzen?
Und dann kommt das neue Jahr, und prompt sind wir wieder in unserer gewohnten Zeitdimension. Aufstehen, Aufgaben erledigen, einfach „funktionieren“. Und da wundern wir uns, zwei Wochen nach Silvester, dass wir eigentlich noch keinen unserer Vorsätze umgesetzt haben. Und langsam rutschen sie auf unserer Planungs- und Prioritätenliste immer weiter nach unten.
Vielleicht ist es ja so, dass eine einzige Phase der Ruhe und Besinnung, des Ausstiegs aus der „normalen“ Zeit für ein Jahr nicht ausreicht? Vielleicht brauchen wir einfach öfter mal Pausen in einer anderen Zeitdimension. Eine Zeit, die es eigentlich gar nicht gibt, und für die wir uns deshalb auch gar nicht rechtfertigen müssen. Also schaffen wir uns doch am besten auch noch Tage oder zumindest Stunden „zwischen den Monaten“. Ob es die in unserer „normalen“ Zeitrechnung tatsächlich gibt, spielt doch offensichtlich keine Rolle. Wir wechseln einfach die Zeitdimension – und vielleicht finden wir dann wieder diese wunderbare Ruhe, ohne Leistungs- und Rechtfertigungsdruck. Und vielleicht gelingt es uns dann, unsere wirklich wichtigen Vorsätze immer wieder nach vorne zu holen. Solange, bis wir es wirklich schaffen, sie umzusetzen!
mehr Infos unter www.pragtiv.de

Ein Beitrag zum Innehalten, sonst ist das Jahr schon wieder halb um. Deshalb habe ich es auch in den Blog “Wertvoller Vertrieb zum Zuhören” gestellt: http://blog.wertvoller-vertrieb.de/archives/97