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Delegieren heißt Vertrauen


Sie kennen sicher den Spruch „Wer führt, führt nicht durch – wer durchführt, führt nicht“. Aha. Wenn ich also Führungskraft bin, soll ich nicht durchführen – und das, was eigentlich durchzuführen ist muss entsprechend delegiert werden.

Aber warum? Weil durchführen „unter ihrem Niveau“ ist, wie man in einem dieser Handbücher für Führungskräfte nachlesen kann? Ein interessanter Gedanke, gerade auch wenn man bedenkt, dass sich viele Führungskräfte offensichtlich für „die Besten“ auf ihrem Gebiet halten, ohne die gar nichts laufen würde. Da werden dann höchstens – aus Zeitgründen - kleine Aufgaben zeitweise an andere abgegeben, die diese am besten genau so machen, wie die Führungskraft das eigentlich auch selbst machen würde – was natürlich nicht geht, da ja die Führungskraft die Beste für diese Aufgabe ist und alle anderem dementsprechend nur enttäuschen können. Was wiederum bedeutet, dass die Führungskraft die Ausführung und das Ergebnis dieser Aufgabe am besten laufend kontrolliert und überwacht. Sollte das wirklich mit Delegieren gemeint sein?

Nach obigem Spruch muss da MEHR sein: delegieren als komplettes Abgeben durchzuführender Arbeit. Was bleibt dann für die Führungskraft? Organisieren, planen, das eigentliche Delegieren an die diversen Mitarbeiter und das Zusammenführen auf ein Ziel. Warum? Weil Sie als Führungskraft dafür bezahlt werden, Ihre Abteilung effektiv im Sinne von produktiv zu machen! Stellen Sie sich vor, Ihre Abteilung besteht aus zehn Mitarbeiter/innen und Ihnen. Stellen Sie sich weiter vor, Sie sind der Beste, alle anderen arbeiten Ihnen mehr oder weniger gehorsam zu. Und nun stellen Sie sich vor, Sie holen aus Ihren zehn Mitarbeiter/innen das Beste heraus und arbeiten eher hinter ihnen, um sie nach vorn zu pushen – wo wird langfristig produktiver gearbeitet?

Ja, Sie haben recht, das geht nicht von heute auf morgen. Und das ist auch nicht einfach. Deshalb brauchen Sie ja die Zeit dafür. Aber das Ergebnis ist doch verlockend, oder? Delegieren in diesem Sinn heißt aber, Arbeit – und Verantwortung – wirklich abzugeben. Und damit auch auf ein großes Stück Kontrolle zu verzichten. Und das nicht nur bei ihrem vermeintlich „besten“ Mitarbeiter, sondern bei ihrem gesamten Team. Ja, das erfordert viel Zeit. Es erfordert auch, Mitarbeiter nicht als sachliches „human capital“, als steuerbare Ressource oder als – im Vergleich zu Ihnen – „billigere“ Arbeitskraft zu sehen, sondern als Individuen mit eigenen Zielen und Interessen, mit eigenen Fähigkeiten und Stärken – und mit einer Leistungskraft, die ihre Mitarbeiter nur unter guter Führung zu 100% zur Verfügung stellen werden.

Gute Führung bedeutet Vertrauen in ihre Mitarbeiter.Vertrauen, dass diese ihre Leistungskraft auch wirklich und „verantwortlich“ zur Verfügung stellen. Und das wiederum braucht Zeit. Zeit, in der Sie und Ihr Team sich wirklich kennenlernen und gute Arbeitsbeziehungen aufbauen können.

Spannend, oder?

mehr Infos unter www.pragtiv.de

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